Artikel_Tageszeitung
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| GIENGEN. Die Fördertöpfe des von der EU und vom Land finanzierten Tourismusprogramms „Leader plus“ sind derzeit zwar leer, doch es besteht die Aussicht, dass weitere Mittel für ein Anschlussprojekt bei der Mühle in Burgberg und für die Komplettierung des Höhlenzentrums in Hürben fließen. |
| Diese Hoffnung nährte Minister Peter Hauk vom
Stuttgarter Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum bei seinem
gestrigen Informationsbesuch. In Burgberg soll nach der Sanierung der
alten Mühle an der Hürbe ein benachbarter Stadel zu einer
multifunktionellen Veranstaltungshalle umgebaut werden, und in Hürben
geht es darum, in der alten Turn- und Festhalle bei der Charlottenhöhle
ein virtuelles Höhlenschauland zu etablieren. Voraussetzung in beiden Fällen
ist eine finanzielle Förderung durch „Leader plus“ bis zu einer Höhe
von 70 Prozent. Thomas Weiß, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft „Historisches Burgberg“, Eduard Geisser, Chef des Heimat- und Höhlenvereins Hürben, Giengens Oberbürgermeister Clemens Stahl und Landrat Hermann Mader in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Tourismus-Aktionsgruppe Brenzregion stellten dem Politiker das mit EU-und Landesmitteln ebenso geförderte künftige Kulturzentrum in der alten Mühle in Burgberg sowie das im Vorjahr fertiggestellte Höhlenhaus in Hürben vor. Derzeit entsteht zudem ein attraktiver Steinzeit-Erlebnispark. Die Notwendigkeit einer Veranstaltungshalle bei der Burgberger Mühle begründete Weiß überzeugend mit wirtschaftlichen Argumenten. Die Umgestaltung des Stadels wird mit rund 240 000 Euro veranschlagt. Eigenleistungen können in einer Größenordnung von 50 000 Euro erwartet werden. Bei der Sanierung der Mühle beziffert sich der Eigenanteil der Interessengemeinschaft auf satte 100 000 Euro. Die ursprünglich geschätzten Kosten in Höhe von 766 000 Euro werden geringer ausfallen. „Zwischen 500 000 und 550 000 Euro“, kündigte Thomas Weiß an, der das ehrenamtliche Engagement von rund 40 Aktiven – sie leisteten bisher circa 1800 Arbeitsstunden – besonders hervorhob. Die voraussichtlichen Aufwendungen für die Schaffung eines Höhlenschaulands in der früheren Turn- und Festhalle in Hürben werden mit rund 700 000 Euro angegeben. Mit dieser Einrichtung könnte das Infozentrum bei der Charlottenhöhle, das gleichzeitig eines der Eingangsportale zum Geo-Park Schwäbische Alb darstellt, ganzjährig betrieben werden, betonte Geisser, der ebenfalls gute Trümpfe ziehen konnte: Die Zahl der Besucher stieg im Vorjahr auf rund 40 000; mittlerweile kann 25 Frauen und Männern eine Teilzeitbeschäftigung geboten werden. Ob die beiden Vorhaben noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden können, ist derzeit jedoch nicht sicher. Der Minister machte keine konkreten Zusagen, ließ allerdings durchblicken, dass sich möglicherweise Mittel aus dem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum locker machen lassen. Was die Förderung durch „Leader plus“ betrifft, werden die Karten im nächsten Jahren neu gemischt. Im Blick darauf ist der Landrat optimistisch, dass die beiden Leitprojekte in Burgberg und Hürben weiter zum Zug kommen. In der Brenzregion, die 38 Kommunen der Ostalb und des Härtsfelds umfasst, sind seit dem Jahr 2000 insgesamt 72 Projekte bewilligt worden, wobei 6,6 Millionen Euro investiert wurden. Über drei Millionen flossen von „Leader plus“. Der Minister zeigte sich beeindruckt von den erbrachten Leistungen zur Förderung des Fremdenverkehr, der die Wertschöpfung für die Menschen im ländlichen Raum erhöhe. Hauk versicherte: „Ich nehme gute Eindrücke mit.“ Im Übrigen geht er davon aus, dass hinsichtlich der finanziellen Förderung gemeinsam Lösungen gefunden werden können. Heinz Kleimaier |